75 Jahre Kinderbetreuung in Erdeborn

Rosenstock wächst im «Sonnenschein»

Vor 75 Jahren wurde erster Kindergarten in Erdeborn gegründet
– Zum Jubiläum stieg eine Party

erstellt 16.06.09, 17:48h, aktualisiert 16.06.09, 20:37h
Mädchen und Jungen

(FOTO: KLAUS WINTERFELD)
Zu einer großen Party trafen sich die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte «Sonnenschein»
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ERDEBORN/MZ. Ein 75. Geburtstag wird in einer Kindertagesstätte recht selten gefeiert. Im Erdeborner „Sonnenschein“ stand aber diese Zahl gerade jetzt im Mittelpunkt des Geschehens. Die Einrichtung feierte ihr 75-jähriges Bestehen mit einer großen Party.

Unter den vielen Gratulanten war neben Vertretern von Vereinen und Verwaltungsgemeinschaft auch Matthias Grünewald von der Kreisverwaltung. Er schenkte den Mädchen und Jungen einen jungen Rosenstock aus dem Rosarium Sangerhausen. Die Pflanze soll künftig auf dem Spielplatz wachsen, gedeihen und blühen.


Die Gründerin des ersten Kindergartens in Erdeborn heißt Margarete Döring. 1934 hatte sie den Kindergarten – damals noch in einem anderen Haus – ins Leben gerufen. „Das war ein so genannter Erntekindergarten, in dem die Kinder anfangs stundenweise betreut wurden, wenn ihre Eltern zur Feldarbeit mussten“, weiß Martina Thielemann, die heutige Leiterin der kommunalen Einrichtung.

Zum 60. Geburtstag des Kindergartens hatten Mitarbeiter und Kinder noch einmal Kontakt zu der damals 80-Jährigen, die den Mädchen und Jungen ein großes Paket Bausteine schenkte. Ehrengast der jetzigen Jubiläumsfeier war die langjährige Leiterin Marianne Zimmermann. 33 Jahre lang hatte sie die Geschicke des Kindergartens geführt. Frau Thielemann: „Zur Geburtstagsfeier haben wir sie mit dem Auto abgeholt. Sie war begeistert von unserem Haus.“
In der Tat hat sich in den zurückliegenden Jahren viel im „Sonnenschein“ verändert, in dem derzeit 34 Mädchen und Jungen im Kindergarten- und Hort-Alter von drei Mitarbeitern und zwei technischen Kräften betreut werden. Die große Bauphase vollzog sich in den Jahren von 1991 bis 2003. Unter anderem wurden zwei Waschräume neu gestaltet, ebenso zwei große Gruppenzimmer, ein Hortzimmer sowie zwei Bewegungsräume.

Vor zwei Jahren renovierten Gemeindearbeiter schließlich das Gruppenzimmer im Erdgeschoss. Mit Hilfe von Fördermitteln konnten auch neue Möbel und ein Computer angeschafft werden.
Auf die Bewegungsräume ist das Team um Leiterin Thielemann besonders stolz. Sie entsprechen voll und ganz dem pädagogischen Konzept des Hauses, das sich als Bewegungskindergarten versteht und den Kindern viel Raum für Sport, Spiel und zum Toben gibt. An Sprossenwänden, auf einer Laufwippe oder einer Hockertreppe können die Mädchen und Jungen beispielsweise ihre körperlichen Fertigkeiten erproben und vervollkommnen. Im Außenbereich steht den Kindern eine 600 Quadratmeter große Freifläche mit Spielplatz und Bewegungsbaustelle, auf der die Kinder ihrer Kreativität und Phantasie freien Lauf lassen, zur Verfügung.
Angesichts dieser Möglichkeiten sind die Kinder viel im Freien anzutreffen. Frau Thielemann: „Wir sind bei jedem Wetter an der frischen Luft, im Sommer essen wir auch im Freien.“
Den Mädchen und Jungen scheint dieser Tagesablauf zu gefallen. „Die Kinder fühlen sich bei uns pudelwohl. Manche wollen am Nachmittag gar nicht nach Hause gehen“, weiß Leiterin Thielemann aus ihrer Erfahrung.