Epitaph Christian Wilhelm von der Streithorst

Cristian Wilhelm von der Streithorst

Christian Wilhelm von der Streithorst

 

Der am 30. März 1671 zu Schraplau geborene Christian Wilhelm von der Streithorst erscheint, wie aus der Inschrift des von ihm gestifteten Kruzifixes in der Vorhalle der Erdeborner Kirche ersichtlich ist, bereits 1697 als Mitinhaber des Amtes Erdeborn.

 

Diese Inschrift lautet:


„Ex liberalitate Christian Wilhelm von der Streithorst Fürstl. Braunschweig-Lüneburgischen von der Garde zu Pferde bestallten Capitain-Lieutenant und Mitinhaber des Gräflich-Mansfeldischen Amtes Erdeborn. 1697.“


Epitaph Christian Wilhelm von der StreithorstSein kunstvolles, teils aus Alabaster, teils aus schwarz gefärbten Sandstein gefertigtes, mit Wappenschildern und kriegerischen Enblemen reichlich versehenes Epitaphium ziert noch heute die Erdeborner Kirche. Unter dem die Mitte des Denkmals einnehmenden, auf Eisenblech gemalten Bildnisse des Verblichenen, der in voller Rüstung, in Feuer und Pulverdampf stehend, gemalt ist, steht eine längere im Charakter der Zeit gehaltene Widmung:


„Unauslöschliches Gedächtnis des Hochwohlgeborenen Herrn Christian Wilhelm von der Streithorst, Inhaber des Hochgräflichen Mansfeldischen Amtes Erdeborn, (Erbherr auf Schliestedt, Sr. Hochfürstlichen Durchlaucht zu Braunschweig-Lüneburg-Wolfenbüttel gewesenen Hochbetrauten Majors von der Garde zu Pferde. Erblickte das Licht der Welt zu Schraplau den 30. März 1671, vermählt zum ersten Male mit der Wohlgeborenen Christiane Eleonore Broesicke aus dem Hause Breitenfeld, wovon vier Töchter und ein Sohn geboren. Der Hochselige verblich den 25. Oktober 1719, alt erst 48 Jahre.“
„Dieses wollen aus unterthänigstem Respekt und mit freudigem Gehorsam Dero Hochseligem Vater aufrichten lassen die Wohlgeborene Frau Antonie Christiane von Bühnau, Fräulein Christiane Eleonore und Fräulein Hedwig Elisabeth, nebst deren Bruder Carl Leberecht von der Streithorst.
A. 1720.“


Christian Wilhelm von der Streithorst ist der einzige des Geschlechts, dessen Gedächtnis in der Erdeborner Bevölkerung noch lange fortlebte. Er soll, um seiner Ritterwürde nichts zu vergeben, seinen Acker in voller Rüstung auf dem Streitrosse sitzend, besäet und auf seinen Gutsnachbar, Levin von der Schulenburg, mit dem er in Streit lebte, vom Amtsgarten aus mit Pistolen geschossen haben, so oft er sich sehen gelassen. Ganz so arg mag es wohl nicht gewesen sein, dass aber die alte Erdeborner Redeweise: „Du bist ein rechter Streithorst“ nicht dem Namen allein, sondern auch dem Charakter des Mannes entlehnt ist, lehren uns manche seiner noch vorhandenen Prozess-Akten. So führt er zum Beispiel Prozesse: gegen Günther Hahn auf Seeburg wegen einer seinem Jäger auf beanspruchter Seeburger Jagd weggenommenen Flinte (A. 1706-1717), gegen Levin von der Schulenburg wegen des Gartens, gegen denselben wegen eines weggerissenen Zaunes, gegen denselben in puncto Jurisdictionis [Justiz,Zivilgerichtsbarkeit], gegen denselben wegen Pflückung der Haselnüsse, gegen denselben wegen eines totgeschossenen Hundes. Desgleichen muss Frau von der Streithorst gegen Levin von der Schulenburg klagen wegen eines – nicht näher bezeichneten – Excesses.