Die Orgel der St. Bartholomäus Kirche zu Erdeborn

Laut Chronik von Pfarrer Heine wurde 1722 eine Orgel angefertigt und zwischen 1729 und 1730 mit Farbe versehen. Möglich ist, dass diese Orgel von 1722 nicht von guter Bauweise war und nach etwa 100 Jahren ausgedient hatte.
 

WOrgel-Kirche-Erdebornegen damaliger Bausituation in der Kirche Schraplau, wurde der Orgelbauer Heinrich Louis (H.L.) Witzmann aus Kleinrudestedt bei Erfurt gebeten, die Orgel in Erdeborn zu erst fertig zu stellen. So ist anzunehmen, dass unsere Orgel in den ersten Monaten des Jahres 1848 entstand, denn im Juli 1848 zeigte Witzmann an, die Schraplauer Orgel in den nächsten Wochen fertig zu stellen. Es ist also nicht auszuschließen, das die Schraplauer Orgel die Große Schwester unserer Orgel sein könnte. Doch mangels originalem Foto schwer nachzuweisen.

Der Organist Klauer (aus Eisleben) verbesserte den Klang der Orgel nachträglich.

Heinrich Louis Witzmann (*05.08.1812 in Stadtilm, +11.08.1877 in Kleinrudestedt) war der Sohn von Johann Benjamin Witzmann.
Witzmann wurde unter anderem bei Johann Friedrich Schulze, Paulinzella, ausgebildet. Um 1840 machte er sich in Kleinrudestedt selbstständig. Somit gehört unsere Orgel mit zu den ersten Orgeln, welche in der Selbstständigkeit des jungen Witzmann entstanden ist. In mancher Literatur finden sich die Gebrüder Witzmann. Hier sind H.L. und sein Bruder Carl August Eduard gemeint. Diese Firmenkonsultation bestand etwa von 1830-1840.

1930-1940_la_denkmalpflegeDie Orgel dürfte nahezu original erhalten sein. Die Prospektpfeifen (sichtbare Pfeiffen) sind wie fast überall vor 1917 aus Zinn gewesen. Jetzige bestehen aus aluminiertem Zink.
Das Register Violon 16’ kann nicht gespielt werden. Womöglich ist die Abstrakte gebrochen. Die weiteren Register sind vor Ort entnehmbar. Eine Funktion jeder einzelnen Pfeife ist nicht geprüft, aber sämtliche Register, bis auf o.g., sind spielbar.

Missglücklich ist die historische Verkabelung einzelner Elemente (Orgelmotorschalter, Lampe). Erhaltenswert sind vor allem aus der Entstehungszeit die beiden Kerzenhalter im Spielschrank.

Vielen Dank an Herrn Daniel Ulrich, Loffenau, für die Orgelrecherche.

 

Quellenangaben:
Informationen über Kirche und Orgel aus Schraplau: Heimatforscher Wolfgang Werner
Lexikon norddeutscher Orgelbauer, Band 2, Sachsen – Uwe Pape, Berlin