Artikel aus der MZ 23.05.2011

Informationen und Diskussionforum zur geplanten Biomethan-Anlage.

Artikel aus der MZ 23.05.2011

Beitragvon Sven Weisske » Mo 23. Mai 2011, 20:55

Artikel vom 23.05.2011 von Kathrin Labitzke

ERDEBORN/MZ. Biogas in Erdeborn, ja oder nein? Weil sich der Ortschaftsrat von Erdeborn noch nicht auf eine Meinung zu den Bauplänen für eine Biomethan-Anlage nordwestlich der Gemeinde verständigen konnte, hatte Ortsbürgermeister Hartmut Meiß interessierte Einwohner zu einer Informationsrunde eingeladen.

"Bei uns im Ortschaftsrat ist die Stimmverteilung fifty-fifty", erklärte Meiß vor Beginn der Veranstaltung in der Gaststätte "Zur Grünen Tanne" am vergangenen Sonnabend. Eine Empfehlung an den Gemeinderat stehe noch aus. Sie soll nun am 18. Juni getroffen werden, aber eben nicht über die Köpfe der Einwohner hinweg.

Knapp 60 Einwohner verfolgten die Ausführungen der Projektentwickler Sven Haberland und Dirk Homann von der RES Project GmbH, die für dieses Vorhaben zuständig sind. Es wurde eine Versammlung mit viel Pro und Kontra. Nach Angaben der Projektentwickler soll der Betrieb auf einem 3,5 Hektar großen Areal zwischen Erdeborn und Helfta gebaut werden und im Jahr rund 30 000 Tonnen nachwachsender Rohstoffe verarbeiten. Vor allem ortsansässige Betriebe sollen bei der Realisierung des Bauprojekts von rund neun Millionen Euro einbezogen werden, damit "die Steuern der Gemeinde zugute kommen", wie Homann sagte.

Landwirt Klaus Gremmes, der 1 200 Hektar Ackerflächen bewirtschaftet, hat bereits Vorverträge mit den Projektverantwortlichen unterzeichnet. Er will Rohstoffe für die Anlage liefern. "Wir müssen eine Alternative zur Atomkraft schaffen und Wege zur erneuerbaren Energie finden. Für uns ist der Standort günstig", meinte er. Der Dünger komme ja wieder zurück auf die Äcker und bilde einen geschlossenen Kreislauf.

Zweifel wegen der befürchteten Geruchsbelästigung aber blieben. "Werden wir es hier im Ort riechen", wollte eine Anwohnerin wissen. Von den Projektentwicklern kam dazu ein klares "Nein". Auf die Frage, ob später Gülle, Stallmist oder Tierkadaver verarbeitet werden, antworteten die zukünftigen Betreiber ebenfalls mit einem "Nein". Andere wiederum bezweifelten die Ausführungen: "Wir hatten früher eine Zuckerfabrik im Ort und die roch auch." Gerhard Thielemann, Ortschaftsratsmitglied der Gemeinde, hatte mit dem Standort der künftigen Anlage Probleme: "Ich bin nicht gegen Biogas, aber der Standort bezüglich der Kappstraße muss überdacht werden."

Berufsjäger Ringo Schäffel machte zudem darauf aufmerksam, dass sich im Zuge des zu erwartenden erhöhten Maisanbaus in der Region die Zahl des Schwarzwildes erhöhen wird. Ortschaftsratsmitglied Annett Wolfer bedauerte, dass kein Verantwortlicher aus der Verwaltung der Einheitsgemeinde zur Bürgerversammlung anwesend war. Immerhin handle es sich um ein wichtiges Thema.


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